Kind in Quarantäne: Muss ich zur Arbeit?

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Ein Kind hat sich mit Corona infiziert und muss sich in Quarantäne begeben. Heißt, auch ein Elternteil muss zur Betreuung zu Hause bleiben. Welche Art der Entschädigung greift hier für den Verdienstausfall?

Wenn Eltern einen Verdienstausfall haben, weil sie coronabedingt ihre Kinder betreuen müssen, die normalerweise in der Schule oder Kita betreut wären, dann gibt es zwei Regelungen, die Eltern finanziell unterstützen. (1) Einmal das "Corona"-Kinderkrankengeld und dann noch (2) die Entschädigungszahlung nach dem Infektionsschutzgesetz. Gut zu wissen ist, dass diese unterschiedlichen Leistungen nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Während des Bezugs des Kinderkrankengeldes ruht der Anspruch auf Entschädigung wegen Kinderbetreuung (IfSG). Dies ist in § 45 Abs. 1 SGB V in Verbindung mit § 45 Abs. 2a Satz 3 SGB V und § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz geregelt. Zu beachten ist auch, dass ein Verdienstausfall nur bei zu betreuenden Kindern, die zwölf Jahre oder jünger sind, gezahlt wird. Bei mehreren Kindern wird auf das Alter des jüngsten Kindes abgestellt. Ausnahmen gelten ferner für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind.

Wie viele Kinderkrankentage stehen Eltern zur Verfügung und wie hoch ist der Anspruch?

Pandemiebedingt wurde die Zahl der Kinderkrankentage für das Jahr 2021 ausgeweitet. Eltern können in diesem Jahr je Kind für 30 Arbeitstage Kinderkrankengeld bei der Krankenkasse beantragen. Alleinerziehende Eltern können für 60 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen. Die Kinderkrankegeldtage sind bei mehreren Kindern gedeckelt. Je Elternteil beträgt der Anspruch bei mehreren Kindern bis zu 65 Arbeitstage und für Alleinerziehende bis zu 130 Arbeitstage. Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 45 Abs. 2 a SGB V und ist nur auf gesetzlich versicherte Eltern und Kindern anwendbar. Die Höhe des Kinderkrankengeldes beträgt in der Regel 90 % des ausgefallenen Nettoentgeltes. (Sofern Beschäftigte innerhalb der letzten 12 Monate eine Einmalzahlung, bspw. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, bekommen haben, beträgt das Kinderkrankengeld 100 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens. Begrenzt ist dies allerdings auf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 112,88 Euro pro Tag. Vom Kinderkrankengeld werden anteilige Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsbeiträge abgeführt.)

 

Wenn das Kind in Quarantäne muss, aber nicht erkrankt ist, benötigt der Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung?

Eine ärztliche Bescheinigung stellt lediglich eine Erkrankung und keine Quarantäneanordnung fest. Eine Quarantäneanordnung wird wiederum von der Behörde ausgesprochen. Diese wäre dem Arbeitgeber zu übermitteln, damit er die Dauer und den Grund des Fernbleibens kennt. Das Kinderkrankengeld wird auch nicht vom Arbeitgeber, sondern direkt von der Krankenkasse gezahlt.

Was passiert, wenn die Kinderkrankentage aufgebraucht sind, das Kind aber krank wird, bzw. mehrmals in Quarantäne muss?

Bei dieser Frage kommt es auf den konkreten Einzelfall an. Verschiedene Konstellationen sind denkbar. Grundsätzlich besteht bei der Erkrankung oder einer Quarantäneanordnung von zu betreuenden Kindern (die das 12 Lebensjahr noch nicht vollendet haben) ein Freistellungsanspruch. Daneben könnte ein Entschädigungs- oder Lohnfortzahlungsanspruch nach aus § 616 BGB oder dem Infektionsschutzgesetz bestehen. 

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